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Verbaute Wege

Im Rahmen der Ausstellung "Barriere frei! - Stadt ohne Hindernisse?"


Performance und Skulptur von Joachim Eckl

29. Oktober – 17. Dezember 2003
Wiener Planungswerkstatt
Wien

 

Eine Skulptur als Irritation und Barriere
Der Gehsteig vor der Planungswerkstatt wurde durch eine massive Ziegelmauer (ca. 2.5m hoch) über die ganze Gehsteigbreite versperrt. Die Umleitung führte durch die Arkaden in bzw. an der Ausstellung "Barriere frei" vorbei. Die Ziegelmauer als Barriere wurde gemeinsam mit Menschen mit Behinderungen errichtet, die damit eine Geste setzen. Diese Barriere und ihr bewusster Einsatz während der Veranstaltung diente als geistreiches Sinnbild und machte Situation und Kritik der Menschen mit Behinderungen sichtbar. Die Ziegelmauer funktionierte aber auch als hilfreiches Leitsystem in und für die Ausstellung "Barriere frei". „Verbaute Wege“ ist eine künstlerische Performance, die mit der Eröffnung der Ausstellung abgeschlossen ist. Die Erbauung selbst wurde als Kunstaktion gut dokumentiert, da sie den Alltag gleichsam perforiert und dadurch neue Bedeutungsebenen einer an sich alltäglichen Handlung, nämlich dem Errichten einer Ziegelmauer, auftauchen lässt und sichtbar macht. Die Dokumentation war Teil der Ausstellung.

 

Skulptur als Hindernis
Die soziale Skulptur aber auch das Versetzen des Normalen in eine andere Form der Normalität. Mit Behinderten quer über den Gehsteig eine Mauer bauen. Sie zum gemeinsamen Tun bringen, das Ergebnis auskosten lassen. Scheinbar normale, nicht benachteiligte Menschen zum Umweg zwingen, wie es für körperlich Behinderte ständig der Fall ist. "Verbaute Wege" als Spur des Verstehens und Miteinanders und der Solidarität in eine andere Welt. Die Mauer zeigt, welche Hürden es in unserer Welt gerade für körperlich benachteiligte Menschen gibt.