Archiv

Zeitloser Wächter

Restaurierung und Wiederaufbau der alten Linzer Bahnhofsuhr vor der Station


Juni 2003
Station Neufelden

 

Nachdem 55 Jahre lang Millionen von „Augenblicken" auf den Turm der früher weithin sichtbaren Uhr des Linzer Hauptbahnhofs geworfen wurden, um die Zeit abzulesen, waren im Mai 2001 Uhrwerk und Zeiger im Zuge der Abrissarbeiten bereits abmontiert. 1947 war sie als Symbol für den damals "modernsten Bahnhof Europas" mit einem Glockenspiel nach dem Vorbild des Salzburger Residenzplatzes errichtet worden. Das 32 Tonnen schwere Gehäuse wurde von Linz nach Neufelden transportiert. Heute steht es auf vier etwa 4m hohen Betonsäulen und dient als abgehobener Ausstellungsraum, der durch das Loch der ehemaligen Zeigerachse gleichsam sein Auge auf die Station wirft und sie bewacht. Als begehbare Camera obscura funktioniert damit das Uhrgehäuse wie das Innere eines riesigen Auges, in dem man ein Grundprinzip der menschlichen Wahrnehmung - den Augenblick - anschaulich erleben kann.